Zweimal waren die Walliser Behörden in den letzten Jahren wegen Gastronomielokalen in den Schlagzeilen: Zuerst wegen der «Walliserkanne» in Zermatt, jetzt wegen der Bar «Le Constellation».
Als sich die Betreiber der «Walliserkanne» der ihnen zugedachten Rolle als willfährige Vollstrecker der schädlichen Covid-Massnahmen verweigerten, gingen die Walliser Behörden mit aller Macht und Gewalt gegen die Wirtsfamilie vor. Als die zunächst errichtete Drohkulisse in Form von Betonblöcken vor dem Eingang die Betreiber der Walliserkanne nicht hindern konnte, weiterhin Gäste zu bedienen, wurde das Lokal gewaltsam geräumt, wobei ein Mitglied der Wirtsfamilie brutal verletzt wurde.
Man wünschte sich eine solche behördliche Entschlossenheit angesichts der Betreiber der Bar «Le Constellation». Auf Werbevideos ist zu sehen, wie eine Kellnerin jene Funken sprühenden Champagnerflaschen serviert, die nach aktuellen Erkenntnissen mit grosser Wahrscheinlichkeit das Flammeninferno von Crans-Montana verursachten. Leicht entflammbare Baustoffe und unzureichende Notausgänge seien weitere kausale Ursachen der Tragödie. Dies sind samt und sonders Angelegenheiten, die nach gesetzlicher Grundlage in die Zuständigkeit der Behörden auf Gemeinde- und Kantonsebene fallen.
Die verantwortungsvolle Betreiberfamilie der «Walliserkanne» wurde drangsaliert, verletzt, verurteilt und in wirtschaftliche Nöte gebracht, während man den offenbar in mehrerer Hinsicht grobfahrlässig handelnden Betreiber der «Le Constellation» gewähren liess. Dass ihr Betreiber in den letzten zehn Jahren nach eigener Aussage drei Mal kontrolliert wurde, zeigt, dass das Sicherheitsversprechen des Staates hohl ist. Er greift ein, wo er gewähren lassen sollte und lässt zu, was nach aktuellen Erkenntnissen vierzig junge Menschen brutal aus dem Leben riss.
Den Opfern von Crans-Montana und ihren Familien und Freunden spreche ich mein tief empfundenes Mitgefühl aus. Für den Betreiber von «Le Constellation» gilt die Unschuldsvermutung.
Hans-Ulrich Rösli: das wahre Versagen...
Das wahre Versagen sind nicht mangelhaft durchgesetzte Brandschutzvorschriften, sondern der brutale gesellschaftliche Kontext, dass während des Brandausbruchs weiter gefeiert und mit den Handys gefilmt worden ist und es sogar mit den Smartphones dokumentiert wurde von aussen wie Menschen lebendig verbrannten. Diese digitale Social Media Versuchung wird noch unser emphatischer Untergang sein. Das hinterfragt aber niemand, weil es viel zu viele unbequeme Antworten aufwerfen würde. Auch die ereignisgetriebenen Kommentare (ich zähle mich auch dazu) nützen niemandem, weil morgen schon wieder vergessen. Nichts bringt diese beendeten Leben zurück.
Albert Eisenring: Eigenverantwortung
An Eigenverantwortung fehlt es leider überall: bei den Gästen, den Betreibern und systembedingt bei den Behörden. Gäste und Betreiber richten sich nach dem, was andere tun, was der Mainstream macht – und Behörden, sowie Politiker verstecken sich hinter dem Gesetz, an das sie sich halten und wonach alles protokolliert wird. Wenn die Verwendung von leicht brennbarem Dämmmaterial nicht ausdrücklich verboten war, trifft die Behörden kein Vorwurf, was sowieso immer der Fall ist. Der Staat geht nie gerichtlich gegen sich selbst vor – er wird vielmehr die Brandschutzvorschriften drastisch ausbauen.
Behörden und Kollektive kennen keine Eigenverantwortung; Verantwortung zu tragen ist ihnen völlig fremd: Konsequenzen und sämtliche Kosten tragen am Schluss immer die Bürger: mehr Regulierung, strengere Gesetze, höhere Steuern und Abgaben, etc..
Ohne Souveränität & Eigenverantwortung der Einzelnen degeneriert die Gesellschaft immer weiter bis zur Selbstauslöschung.
Marc: False flag
Sicherheitsversprechen des Kantons, nicht des Staates. In diesem Fall versagte eigentlich der Föderalismus bzw der walliser Filz. Andererseits, wenn jemand absichtlich eine Tragödie herbeiführen will, dann werden ihn auch die Behörden nicht davon abhalten. Brände durch Pyrotechnik + Schallisolationsschaum sind keine Seltenheit, eher ein bekanntes Horrorszenario mit jeweils vielen Toten. Zu vieles lief hier nach bekanntem Muster, und das Publikum bestand aus Kindern sehr wohlhabendener einflussreicher Kreise. Das Ganze stinkt gewaltig, diesmal aber nicht nach Staatsversagen.
Carlo: Der Staat ist nunmal nicht dein Freund
...und zwar niemals.